Amateurtheater

Berner Heimatschutz Theater, 1925 und 1952
Das Schweizer Amateurtheater bei SAPA

Das Amateurtheater in der Schweiz

Das Amateurtheater geniesst in der Schweiz einen hohen Stellenwert. Während das Theater mit Laienschauspielenden bereits in den religiösen Traditionen des Mittelalters verwurzelt ist, entwickelte sich die spezifische Tradition des Laientheaters ab dem Ende des 19. Jahrhunderts. Vorab in ländlichen Regionen, aber auch in der wachsenden Agglomeration und in Städten gruppierten sich die Spielfreudigen zu lokalen und überregionalen Vereinen. 1906 wurde der Zentralverband Schweizer Volkstheater (ZSV) gegründet, ihm folgte 1926 die Fédération Suisse Romande des sociétés de Théâtre d’Amateurs, die spätere FSSTA (Fédération Suisse des Sociétés Théâtrales d’Amateur). In den 80er Jahren gesellten sich die Union grischuna per il teater popular (UTP) und die Tessiner Federazione Filodrammatiche della Svizzera Italiana (FFSI) hinzu. 2022 gründeten die vier Verbände den gesamtschweizerischen Dachverband Theater Amateure Schweiz (TAS) und die Bundesstatistik verzeichnet für das Jahr 2019 mindestens 774 Amateurtheatertruppen.

Theater mit Amateurschauspielenden zählt nicht selten zu den meistbesuchten Anlässen der Schweiz, denkt man zum Beispiel an die Tellspiele oder an das Einsiedler Welttheater. Von solch anspruchsvollen, von einer professionellen Regie geführten und von zahlreichen professionellen Akteur*innen verstärkten Freilichtspielen mit überregionaler Ausstrahlung bis hin zum Mundartschwank kennt das Amateurtheater die verschiedensten Formen, arbeitet gezielt mit Schüler*innen oder Senior*innen und orientiert sich sowohl am professionellen Repertoire wie an Dialektstücken regionaler Mundartautor*innen.  

Fotoalbum Berner Heimatschutztheater, Bestand Stiftung SAPA.

SAPA und der ZSV

1984 gelangten Peter E. Wüthrich und Jean-Michel With, zwei engagierte ZSV-Mitglieder, an die damalige Schweizerische Theatersammlung (STS), die Vorgängerinstitution der SAPA mit dem Wunsch, das zahlreich vorhandene Dokumentationsmaterial zu sammeln und zu bewahren. Dieser Bestand legte den Grundstein zum Aufbau eines Laientheater-Repertoriums; einer (heute) FileMaker-basierten Datenbank, welche die Produktionen der Amateurtheatergruppen verzeichnet. Während der ZSV seine Mitglieder auffordert, die – derzeit noch papierenen – Promotionsmaterialien wie Flyer zu sammeln und zudem einen Mitarbeitenden engagiert, der bei SAPA die Eingabe in die Datenbank verantwortet, kümmert sich SAPA um das Bereitstellen der angelieferten Materialien, die konservatorische Aufbereitung und die Archivierung. Eine Win-Win-Situation, welche derzeit auf eine neue Basis gestellt werden soll.

Quellen zum Amateurtheater bei SAPA

Die Sammlung an Pressetexten und Programmheften, welche die Grundinformationen zu der oben erwähnten Datenbank zum Amateurtheaterschaffen liefert, reicht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Weiter beherbergt SAPA das Schweizerische Theaterlexikon TLS, welches zahlreiche Artikel zu den überregionalen Vereinen, aber auch zu einzelnen lokalen Gruppierungen und Gesellschaften enthält. Darüber hinaus verfügt SAPA über einen kleinen Archivbestand zum Thema und steht beratend sowie mit weiteren Dienstleistungen allen Mitgliedern der Theaterverbände sowie weiteren spielfreudigen Menschen zur Verfügung.

Flyer Uhregrübler, Bestand Stiftung SAPA.