Schweizer Theaterautoren (2026 – 2027)

Im Rahmen des Projekts «Theaterautoren» der Stiftung SAPA werden derzeit die Nachlässe mehrerer Schweizer Autoren, darunter Alfred Gehri, Tista Murk und Wilhelm Michael Treichlinger, neu erschlossen und zugänglich gemacht. Ziel ist es, diese unsortierten Materialien nicht nur zu sichern und zu strukturieren, sondern das künstlerische Schaffen der Autoren in seinem historischen und kulturellen Kontext sichtbar zu machen und einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.

Der Nachlass von W. M. Treichlinger, der aktuell bearbeitet wird, zeigt eindrücklich die Vielfalt seines Schaffens. Der Bestand umfasst Typoskripte, Übersetzungen und Arbeitsmaterialien in mehreren Sprachen, darunter auch chinesische Texte, sowie zahlreiche unterschiedliche Fassungen einzelner Werke. Besonders spannend sind die Einblicke in seine Arbeitsweise: So dokumentieren Korrespondenzen mit ausländischen Institutionen seine Recherchen für internationale Kochbücher («Die Welt in Kochrezepten»), während theaterbezogene Materialien wie Bühnenentwürfe oder Premierenankündigungen («Das Lied der Laute») seine Tätigkeit im Theater widerspiegeln. Auch literarische und zeitgeschichtliche Texte, etwa Abschiedsbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg («Der letzte Brief einer Geisel»), sind Teil des Bestands. Einen unmittelbaren Einblick in seinen Arbeitsprozess bieten zudem Makulaturblätter mit Übersetzungsnotizen aus dem Chinesischen, die seine intensive Auseinandersetzung mit Sprache und Bedeutung sichtbar machen. Ergänzt wird dieser durch persönliche Dokumente, die Einblicke in seine Biografie und den historischen Kontext geben.
Während der Nachlass Treichlinger bereits teilweise strukturiert ist, stehen die Bestände der anderen Autoren noch am Anfang der Erschliessung. Ziel des Projekts ist es, diese vielfältigen Materialien Schritt für Schritt zu ordnen und langfristig zugänglich zu machen.
Wir danken der Christoph Geiser Stiftung für die grosszügige Unterstützung.