Philippe und Elvire Braunschweig

Der Bestand Philippe und Elvire Braunschweig zeugt vom aussergewöhnlichen Engagement eines Ehepaars, das die Entwicklung des Tanzes in der Schweiz wie auch international nachhaltig geprägt hat.
Philippe Braunschweig (1920–1993), eine bedeutende Persönlichkeit der Uhrenindustrie in La Chaux-de-Fonds, ist vor allem für seine entscheidende Rolle in der Förderung des Tanzes bekannt. Als visionärer Unternehmer und engagierter Mäzen initiierte er unter anderem den 1973 gegründeten Prix de Lausanne, der heute zu den renommiertesten Wettbewerben für junge Tänzer:innen weltweit zählt. Zudem spielte er eine Schlüsselrolle bei der Ansiedlung von Maurice Béjart in Lausanne und trug damit dazu bei, die Schweiz zu einem wichtigen Zentrum choreografischen Schaffens zu machen.
An der Seite von Philippe Braunschweig war seine Ehefrau Elvire Braunschweig eine unverzichtbare Partnerin: Inspirationsquelle ebenso wie engagierte Mitgestalterin der gemeinsamen Projekte. Zusammen unterstützten sie zahlreiche Initiativen zugunsten des Tanzes, förderten den internationalen Austausch und ermöglichten neuen Generationen von Künstler:innen den Weg auf die Bühne.
Der von SAPA bewahrte Bestand Philippe und Elvire Braunschweig zeichnet sich durch seine Vielfalt und Kohärenz aus. Er dokumentiert umfassend die beruflichen, kulturellen und philanthropischen Aktivitäten des Ehepaars. Der Bestand umfasst Textdokumente wie Korrespondenz, Projektdossiers und Notizen, Fotografien, Programme sowie eine beeindruckende Sammlung von Presseausschnitten, die einzeln erschlossen wurden. Insgesamt bietet er wertvolle Einblicke in die Netzwerke, Kooperationen und Dynamiken, die die choreografische Landschaft der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt haben.
Mit seinem Umfang von 32 Laufmetern und der Qualität seiner Inhalte bildet dieser Bestand eine aussergewöhnliche Quelle für die Erforschung der Tanzgeschichte – ebenso wie für die Untersuchung der Beziehungen zwischen Mäzenatentum, Industrie und künstlerischem Schaffen. Er macht sichtbar, wie nachhaltig das Engagement des Ehepaars Braunschweig die Strukturierung und Verbreitung des Tanzes in der Schweiz und weit darüber hinaus beeinflusst hat.
Der Bestand steht zudem in engem Zusammenhang mit weiteren bei SAPA bewahrten Beständen, insbesondere mit dem Bestand Prix de Lausanne und Danse Transition. Diese ergänzenden Korpora ermöglichen es, die ganze Tragweite ihres Einflusses zu erfassen und ihr Wirken in eine umfassendere Geschichte der darstellenden Künste einzuordnen.
- Teilbestand Prix de Lausanne: Organisationsunterlagen, Korrespondenz, Werbematerial, Plakate, Fotografien, Presseartikel und Objekte (1972–2010).
- Teilbestand Fondation en Faveur de l’Art Chorégraphique: Organisationsunterlagen und Korrespondenz (1969–1997).
- Teilbestand Ausbildung für Tanzberufe: Organisationsunterlagen und Korrespondenz (1985–2006).
- Teilbestand Förderung des Tanzes und des Tänzerberufs: Organisationsunterlagen und Korrespondenz (1972–2010).
- Teilbestand Berufliche Neuorientierung von Tänzer:innen (1977–2010).
- Teilbestand Ballet du XXe siècle und Béjart Ballet Lausanne (1946–2008).
- Teilbestand Sammlung von Presseausschnitten (1946–2008).
- Teilbestand Privatleben: private Dokumente, private Fotografien, Archiv von Elvire Braunschweig, an das Ehepaar gesandte Postkarten (ca. 1935–2010).